Wählen gehen ist eigentlich ganz einfach. Hier erfährst du alles, was du wissen musst. Wie gewählt wird. Wer gewählt wird. Und vor allem warum deine Stimme wichtig ist.

Wann geht's los?

Die Wahl findet am 26. Mai 2019 statt. Spätestens bis 5. Mai musst du per Post eine „Wahlbenachrichtigung“ bekommen. Hier wird dir mitgeteilt, in welchem Ort und in welchem Wahllokal du wählen kannst. Solltest du diese Benachrichtigung wider Erwarten nicht erhalten, wende dich an deine Gemeinde- oder Stadtverwaltung.

Und wenn du am Wahltag nicht persönlich ins Wahllokal gehen willst, kannst du auch per Briefwahl teilnehmen. Wie das geht, steht in den Wahlbenachrichtigungsunterlagen.

Am Wahltag haben alle Wahllokale in Thüringen von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Mitbringen musst du nur deine Wahlbenachrichtigung und deinen Personalausweis. Und dann darfst du deine Stimmen abgeben!

Wer darf wählen?

Jedes Bundesland darf selbst entscheiden, ob man bei Kommunalwahlen ab 16 oder erst ab 18 wählen darf. In Thüringen hat der Landtag 2015 entschieden, dass künftig auch 16-Jährige ihre Stimme abgeben dürfen. Das heißt, wenn du zum Zeitpunkt der Wahl (26. Mai 2019) mindestens 16 Jahre alt und seit mindestens drei Monaten in Thüringen gemeldet bist, darfst du an der Kommunalwahl teilnehmen.

Was bedeutet Wählen in einer Demokratie?

Zur Wahl zu gehen gibt jeder und jedem die Möglichkeit, sich an Politik zu beteiligen. Bei Wahlen gibt man eine oder mehrere Stimmen ab. Das heißt, man macht ein Kreuz bei einer Partei oder bei einer Kandidatin oder einem Kandidaten, die oder den man unterstützen möchte. Deshalb sollte man sich am besten vorher erkundigen, welche Partei oder welche*r Kandidat*in das, was man selbst will, auch umsetzen möchte. Natürlich gibt es noch weitere Möglichkeiten, wenn man sich beteiligen oder engagieren möchte, z. B. Jugendparlamente, Beteiligungsforen u.v.m.

Wie funktioniert Kommunalpolitik?

Kommunen, also Städte und Gemeinden bzw. Landkreise, haben in der Regel einen Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin bzw. einen Landrat oder eine Landrätin. Sie werden für sechs Jahre gewählt. In diesem Zeitraum leiten diese ihre Kommunen und vertreten sie nach außen. Sie stehen den Gemeinde- und Stadtverwaltungen bzw. Landratsämtern vor, die die Beschlüsse der Kommunalparlamente umsetzen und für die Bürgerinnen und Bürger da sind. Kommunalparlamente sind Stadt- und Gemeinderäte bzw. Kreistage. Sie bestehen aus mehreren Personen, deren Wahl am 26. Mai nach fünf Jahren wieder ansteht. In den kommunalen Parlamenten werden wichtige Beschlüsse für die jeweilige Kommune gefasst. Außerdem kontrollieren sie die Bürgermeister*innen und Landrät*innen. In den Gemeinderäten und Kreistagen wird über die kommunalen Angelegenheiten diskutiert, manchmal auch gestritten. Am Ende aber wird entschieden. So geht Politik. Und Wahlen sind dafür da, dass du an diesen Entscheidungen beteiligt bist.

Wen wähle ich eigentlich?

Bei der Kommunalwahl am 26. Mai in Thüringen kannst du entscheiden, wer in deinem Stadt- oder Gemeinderat bzw. in deinem Kreistag in den nächsten fünf Jahren mitarbeiten soll. In 15 Kommunen, die kürzlich neu gegliedert wurden, werden bei dieser Wahl auch hauptamtliche Bürgermeister*innen neu gewählt.

Übrigens: Wenn du schon 18 Jahre alt bist, kannst du am 26. Mai auch bei den Wahlen zum Europäischen Parlament mit abstimmen.

Wie funktioniert die Stimmabgabe?

Du hast zur Kommunalwahl am 26. Mai in der Regel drei Stimmen, die du an Personen oder Parteien oder Listenverbindungen vergeben kannst. Dabei kannst du alle drei Stimmen an eine Person (Kumulieren) oder eine Partei oder eine Liste geben. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die drei Stimmen auf unterschiedliche Personen aufzuteilen, also auch Kandidierende verschiedener Parteien oder Listen zu wählen (Panaschieren). Am Ende darfst du jedoch auf keinen Fall mehr als drei Stimmen abgegeben haben, sonst ist dein Stimmzettel ungültig.
Eine Fünf-Prozent-Hürde gilt für die Kommunalwahl übrigens nicht. Je nach Wahlbeteiligung genügen also schon deutlich unter fünf Prozent der Stimmen für einen Wahlvorschlag, um einen Sitz im kommunalen Parlament zu erhalten.